Pressemitteilung     Autor : Peter Brunner – Fr, 26.03.2021

Die Gesellschaft Oltner Kabarett-Tage zeichnet mit dem diesjährigen Schweizer Kabarett-Preis «Cornichon» den Kabarettisten und Satiriker Andreas Rebers aus. Seine Auftritte zeugen von einer genauen Beobachtung unseres Alltags und mit geradezu unbarmherziger Direktheit in deren Beschreibung und er setzt wortreich und musikalisch an zum Wortgefecht gegen diejenigen, die meinen, moralisch über den anderen zu stehen. Bei Andreas Rebers wird das Publikum von der ersten bis zur letzten Minute gefordert. Das totale Ignorieren von Mainstream-Kabarett macht ihn zu einem unverwechselbaren Satiriker – dafür zeichnen die Oltner Kabarett-Tage diesen Künstler mit dem Schweizer Kabarett-Preis Cornichon 2021 aus.


Gedanken zum Cornichon 2021 an Andreas Rebers

In einem Interview antwortet Andreas Rebers auf die Frage «Kabarett als Weckruf?»: «Ja, warum nicht? Aber das verkauft sich nicht. Kabarett ist opportunistisch geworden.» Diese Aussage kann sich ein Kabarettist erlauben, der weit weg von Mainstream oder Opportunismus agiert. Vielmehr verunsichert und verwirrt Rebers sein Publikum. Natürlich lacht dieses schon auch bei einem Auftritt von ihm, aber selten das ganze Publikum gemeinsam. Einigen bleibt das Lachen im Hals stecken. Weil Rebers meint das ernst, was er sagt.

Und so fragt man sich als Besucher gezwungenermassen, wo steht Rebers eigentlich, was ist seine Haltung? Der Kabarettist selber dazu: «Ich mache Kabarett der radikalen Mitte. Mit dieser Haltung bekommen die Ränder immer ihr Fett weg – und das auf beiden Seiten.» Und nachdem Rebers wenig Lust auf Kompromisse hat, sondern viel eher auf Provokation und Spott, ist es für die Angesprochenen nicht immer leicht, dies auf die leichte Schulter zu nehmen. Umso weniger als der Mann meistens die richtigen Fragen stellt, halt vielleicht einfach zur falschen Zeit.

Andreas Rebers ist 1958 in Niedersachsen geboren und hat sein erstes künstlerisches Betätigungsfeld in einer Stimmungskapelle auf Schützenfesten gefunden. Er hat später Akkordeon studiert und wurde 1989 musikalischer Leiter des Schauspiels am Staatstheater Braunschweig. Seine kabarettistische Laufbahn hat so richtig 1996 bei der Münchner Lach- und Schiessgesellschaft begonnen. Da ist er dann auch drei Jahre als festes Ensemblemitglied aktiv gewesen. In der Zwischenzeit hat Rebers über 20 Soloprogramme gespielt, bei verschiedenen Theater-, TV- und Koproduktionen mitgemacht. Mit der «Bergpredigt» produziert er seit 2013 eine legendäre Produktion auf der Jagdhütte zusammen mit Helmut Schleich, Bruno Jonas, Monika Gruber, Piet Klocke etc.

Und zu Recht hat Andreas Rebers auch sehr viele renommierte Preise erhalten, z. B. den Prix Pantheon, den Salzburger Stier, den Deutschen Kleinkunstpreis, den deutschen Kabarettpreis u. v. m – als letzten grossen Preis 2018 den Dieter-Hildebrand-Preis der Stadt München.

Andreas Rebers ist auch schon dreimal an den Kabarett-Tagen aufgetreten, 2005, 2011 und zum letzten Mal 2018 mit seinem Programm «Amen».

Sein neuestes Programm heisst «Ich helfe gerne». Wieder macht sich Reverend Rebers zornig und kämpferisch über aktuelle Themen her. Manchmal sanfter, meistens ziemlich diabolisch. Auch wenn er dazu Akkordeon oder Klavier spielt, nimmt das seinen Gedanken nicht die Spitze. Im Gegenteil, seine Bilder werden noch pointierter, noch entlarvender.

Zitate aus den verschiedensten Zeitungen zeichnen ein sehr treffendes Bild dieses schillernden Kabarettisten (Quelle: Homepage Rebers):

– Eine Abrissbirne auf zwei Beinen (WAZ, Westdeutsche Allgemeine Zeitung)

– Volkes Stimme entlarvt Volkes Stimme – das muss man erst mal so hinkriegen (Erlanger Nachrichten)

– Eine Erweckung der Giftklasse A (NZZ, Neue Zürcher Zeitung)

– Wo Reverend Rebers auftritt, gerinnt die Milch der frommen Denkungsart schon mal (Augsburger Allgemeine)

– 2014 schrieb der Münchner Merkur «Rebers muss man mögen».

Wir glauben eher, Rebers muss man wollen oder aushalten – oder am besten beides.